OISI STADT – OISI QUARTIER!


Communiqué zur Demonstration
(18.11.2017)


An der Demonstration gegen Stadtaufwertung und Verdrängung in Zürich sind heute rund 350 Personen vom Röntgenplatz im Kreis 5 über die Langstrasse bis zur Kalkbreite gelaufen, bevor die Demonstration schliesslich auf dem Helvetiaplatz im Kreis 4 beendet wurde.

Wir haben die Route der Demonstration so gewählt, dass wir an verschiedenen Projekten und Akteur_innen der Gentrifizierung vorbeikommen. Entsprechend schlängelten wir uns durch das Quartier und griffen beispielsweise die geplante SBB-Überbauung bei der Neugasse, die Europaallee beim Hauptbahnhof und den Bau des neuen Polizei- und Justizzentrums (PJZ) in Reden auf. Einige der deutlichsten Symbole der Verdrängung wurden aus der Demonstration heraus gezielt angegriffen: Sowohl das Büro von Bonzenarchitektin Vera Gloor an der Josefstrasse als auch der Hiltl-Neubau an der Langstrasse bekamen einen neuen Anstrich verpasst (gratis!). Vor der Langstrassenunterführung mutierte die Demonstration zu einem wandelnden Monster, welches Aufwerter_innen heimsucht und erschreckt. Auf der anderen Seite der Gleise wurde ein Modell der Europaallee den Flammen übergeben.

Die Demonstration war laut, solidarisch und kämpferisch. Als die Stadtpolizei in die Demonstration rannte, um das Hiltl zu schützen, blieben wir zusammen und liessen uns nicht von ihnen verdrängen. Entlang der Route hingen an vielen Häusern „Besetzt!“-Transparente, dazu wurden viele Plakate geklebt, in denen unter anderem zu mehr Besetzungen aufgerufen wurde. Bei der Kalkbreiteüberbauung wurde schliesslich ein riesiges „Bsetzts Züri“-Transparent entrollt.

Die Demonstration von heute war ein gemeinsamer Schritt von vielen, um die verschiedenen Gesichter der Aufwertung in Zürich zu demaskieren und anzuprangern. Sie war eine Demonstration von unten, die sich der Stadtaufwertung von oben aus einer antikapitalistischen Position entgegenstellt. Wir bleiben dran und mischen uns weiterhin ein. Wir wollen nicht nur alle bleiben, wir wollen die ganze Stadt.


Solidarisieren - Organisieren - Kämpfen

















OISI STADT – OISI QUARTIER!


Demo gegen Aufwertung und Verdrängung

18.11.2017 / 14 Uhr / Röntgenplatz ZH



Wir gehen auf die Strasse, weil wir die verschiedenen Gesichter der Stadtaufwertung in Zürich demaskieren und anprangern wollen. Damit meinen wir:

•     Die Verkehrsberuhigung an der Weststrasse hat das Gesicht des Quartiers radikal verändert. Viele, die jahrzehntelang die Abgase der Autokolonnen ertragen mussten, können sich die Mieten im Quartier heute nicht mehr leisten. Die Strasse wird zur Gourmetmeile für die neuzugezogenen Yuppies, die Asyl-Beratungsstelle muss weichen.

•     Die Europaallee als Ausläufer des Kreis 1 an die Langstrasse ist der Abschluss eines versuchten Umbruchs im Quartier, welcher mit dem Projekt “Langstrasse Plus” von Josef Estermann und Rolf Vieli eingeleitet wurde. Die Stadtpolizei schmeisst das unerwünschte Klientel raus, rein dürfen diejenigen, die sich eine 3-Zimmer-Wohnung für mehr als 5’000 CHF monatlich leisten können.

•     Wo früher die Perla-Mode ein Ort alternativer Kultur war, steht heute das neue Hiltl an der Langstrasse. Dieses versucht krampfhaft, der Kritik gegenüber der Eröffnung gewitzt entgegenzutreten. Sie scheitern damit und zeigen mit ihren arroganten und sexistischen Sprüchen gegenüber Sexarbeiter_innen, dass sie von der Langstrasse nichts verstanden haben.

•     Die geplante SBB-Überbaung an der Neugasse ist ein weiterer Schritt der Bundesbahnen, um sich als Player im Immobilienmarkt zu etablieren. Sie gaukeln eine Partizipation der Anwohner_innen vor, doch wir wissen, dass ihre Interessen unseren Bedürfnissen entgegenstehen.

Es gibt sicher ganz viel, was diese Beispiele unterscheidet – aber es gibt noch viel mehr, was diese Fälle verbindet. Immer geht es darum, dass eine Stadtentwicklung vorangetrieben wird, die als “Stadtaufwertung” bezeichnet wird. Doch wir wissen, dass damit eine “Aufwertung” gemeint ist, die man sich erst mal leisten können muss. Für diejenigen, die sich diese “Aufwertung” nicht leisten können, bedeutet diese Art der Stadtentwicklung letztlich eine Vertreibung aus dem Quartier. Eine Vertreibung, die in der Regel auch eine Verschlechterung ihrer Lebensumstände bedeutet.

Wir wollen an der Demonstration auf diese Entwicklungen aufmerksam machen. Wir wollen diejenigen, die hinter solchen Projekten stehen, demaskieren und anprangern. In dem Sinne ist es eine Demonstration von unten, es ist eine Demonstration von denjenigen, die von dieser Stadtaufwertung von oben angegriffen werden. Zeigen wir am 18. November, dass wir viele sind und dass wir diese Entwicklungen nicht hinnehmen werden.


Solidarisieren - Organisieren - Kämpfen