Raum hat’s für alle – wir müssen ihn uns bloss nehmen!

Nicht erst seit der Corona-Krise sind die Widersprüche des Kapitalismus deutlich sichtbar. Doch in der momentanen Situation zeigt sich um so stärker, dass nicht für die Allgemeinheit gebaut wird, sondern für den Profit. Die aktuelle Lage trifft nicht alle gleich. Während es sich bei Home-Office in der 5-Zimmerwohnung und Grillparties im eigenen Garten oder auf dem grossen Balkon leicht sagen lässt “stay the fuck at home”, verschärft sich die Situation für marginalisierte Menschen und wird immer prekärer. Während Arbeiter*innen ihre Mieten auf Grund von Kurzarbeit und Entlassungen nicht mehr bezahlen können, verdienen sich die Immobilienfirmen weiterhin eine goldene Nase. Gerade für Frauen, Jugendliche und Kinder ist der vermeintlich sicherste Ort, die eigene Wohnung, der gefährlichste Ort. Während der Quarantäne nehmen allerorts die Fälle von häuslicher Gewalt zu und auch die Zahl der Femizide steigt an. Die Frauenhäuser sind überlastet oder müssen aufgrund von Corona-Erkrankungen schliessen. “Physical Distancing” wird so zum Privileg.

Grundsätzlich wäre genügend Raum vorhanden, gerade jetzt stehen die meisten Hotels leer und unzählige Zweit-Wohnungen und Airbnb’s werden nicht genutzt. Der Staat hat die jetzige Situation mitzuverantworten, ist somit Teil des Problems und wird keine Lösung dafür liefern. Die Forderung nach Mietstreik ist uns nicht genug. Lasst uns darum die Leerstände besetzen! Öffnen wir sie für alle, für die es nicht möglich ist zu Hause zu bleiben. Nur durch eine Veränderung der Besitzverhältnisse, ganz nach dem Motto “die Häuser denen die darin wohnen”, kann die Wonraumfrage längerfristig beantwortet werden.

In der Krise ist der Widerstand um so wichtiger. Trotz physischer Distanz bleiben wir in Bewegung.
Wir sehen uns bald wieder auf der Strasse! Bis dahin; solidarisieren wir uns, organisieren wir uns und kämpfen wir immer weiter! Die Kämpfe bleiben mit und ohne Coronavirus dieselben.



2017 — Frogtown, Los Angeles